...eben

Sonntag, 02.03.2014

Wie bereits erwähnt: Alles hat seine Zeit und alles irgendwann ein Ende. So auch mein Aufenthalt in Thailand und gleichermaßen dieser Blog.

Ich bin nun seit einer Woche wieder in Deutschland und nun ist es auf einmal albern online etwas über das eigene, alltägliche Leben zu schreiben. So ein Ding...

 

...dieses Kletter-Mekka

Donnerstag, 20.02.2014

Nach meinem Aufbruch von Nakhon Pathom plane ich meine restlichen Tage im Süden von Thailand zu verbringen, da ich bisher noch nie dort war. Ich fahre nach Krabi, eine Provinz, die nicht weit von Phuket entfernt ist, aber angeblich etwas weniger magnetisch auf TouristInnen wirkt.

Ich strande an der Ton Sai Bucht, wo sich eher die gechillte Raggae-Backpacker-Klientel aufhält und finde eine nette kleine Zelt-Gemeinschaft, wo ich für rund 5 Euro pro Nacht übernachten kann. Am nächsten Morgen gehe ich mit einem Ami zusammen frühstücken und muss ihm irgendwann offenbahren, dass ich einfach nicht kapiere, was er sagt. (Muss wohl am Dialekt liegen, den ich nicht gewohnt bin.) Das ist ein echt unangenehmes Gefühl - wahrscheinlich für uns beide. Ich schlage vor, dass er auch etwas anderes machen kann als schweigend neben mir zu sitzen und zu warten, bis ich aufgegessen habe - was er dann auch  nach kurzem Überlegen tut. Ich nehme mir vor dieses Defizit von mir demnächst mal anzugehen.

Nach dem Frühstück steht klettern auf dem Plan. Krabi ist das Kletter-Mekka schlechthin, was einem auch ohne Kenntnisse sofort auffällt, wenn man auf die Inseln kommt. Es ist atemberaubend. An den Felsen scheint jahrhunderte lang Farbe hinuntergelaufen zu sein, in schwarz, bronze und beige Tönen. In den Spalten zwischen den Felsen richtet sich eine Dschungellandschaft auf, in die man beim bloßen Anblick einfach versinkt.

 

Eigentlich entscheide ich mich für das Klettern nur, weil ich nicht faul am Strand herumliegen will. Es ist die beste Entscheidung, die ich hier in Thailand getroffen habe. Es klappt alles super, wir machen einen Aufstieg nach dem anderen. Also kommt es dazu, dass mir die größte Herausforderung bevorsteht: Eine Route über teilweise sehr glatte Felswände auf 30 Meter. Ok, los geht's. Bevor ich anfange glaube ich nicht wirklich, dass ich es schaffe. In dem Moment, als ich auf den ersten Stein steige, sind jedoch alle Gedanken verflogen, es zählt lediglich das Ziel.....

da oben bin ich mein sehr entspannter Klettercoach  

Und dann ist es tatsächlich geschafft, ich bin ca. 30 Meter über Normal-Null, das Meer zu meiner Rechten und zu meiner Linken, hinter mir Urwald und vor mir die in dem Moment von mir über alles geliebte Felswand. Ich drehe mich hin und her und genieße das Gefühl, wirklich mit eigener Kraft bis hier oben hin gekommen zu sein. Ehrlich gesagt habe ich Anstrengung in Zusammenhang mit Sport bis dato noch nie positiv erlebt.

Die Kletter-Coaches bieten mir und ein paar anderen an doch mit zu einem netten Kaffee-Hütte zu kommen und noch weiter zu klettern- sie würden auch kein Geld dafür verlangen. Also gehen wir mit. Nach diesen doch etwas ermüdenden 4h ist eine Pause in dieser Hütte genau das Richtige. Mitten in der Natur auf einer Pritsche zu liegen, Tee zu trinken und dabei den Kletteren zuzusehen, die sich an dem vor mir sich aufbäumenden Berg entlanghangeln- toll ist das.

An diesem Ort bekomme ich dann auch meinen Thailändischen Spitznamen. Thais haben alle Spitznamen, seit ihrer Geburt, und sie werden immer bei ihrem Spitznamen genannt. Wenn sie im Ausland sind fragen sie oft nach einem entsprechenden Namen. Daher entscheide ich mich einen Kletter-Coach nach meinem zu fragen. Er wählt Dokmai (Blume) für mich aus und von dem Moment an werde ich auch wirklich von jedem so genannt.

Wir sitzen in der Gruppe aus Thais (den Coaches) und Ausländern (den Kletteren) zusammen, schauen Muay Thai (Thai-Boxen) im Fernsehen und verbringen einfach einen ganz untouristischen Nachmittag dort in diesem Café. Wir wetten (Coach:" Thais wetten gerne, immer und überall"), erfahren viel über das Land und die Leute sowie uns gegenseitig. Danach packen wir unsere Sachen und gehen zum Strand, um den Sonnenuntergang zu sehen. Wir ziehen weiter, rasten mal hier und mal dort, erzählen uns gegenseitig Geschichten und landen letztlich im Basecamp (dem Anmeldehäuschen für Kletterinteressierte), machen Musik und genießen das Zusammensein. Für jede_n von uns ist es einer der besten Tage, die er\sie erlebt hat und Worte können hier nicht genug sein, um so etwas zu beschreiben.

einer von 30 Affen, die mir an einem Morgen begegnen

Am folgenden Tag mache ich mit Sarah, einer Schweizerin, eine Kanutour. Wir sind 4h unterwegs. Hinter jeder Ecke taucht etwas Neues, Gigantisches vor uns auf. Wir paddeln um Felsen herum, an ihnen vorbei, durch mehrere hindurch und finden ein paar dunkle Höhlen, in denen wir unsere Runden drehen, bevor wir wieder hinausfahren in die tuerkis-beige-farbene-Wasser-Fels-Landschaft. Es ist wirklich einmalig, diese Kombination aus Bergen und Wasser.

...dieses nahe Ende

Donnerstag, 13.02.2014

Die letzten Tage hier an der Uni stehen mir bevor. Ich versuche mich mit allen noch mal zu treffen und zum Glück stehen sowieso mehrere Abschiedsabendessen oder Abschiedspartys auf dem Programm. Ich bin nicht melancholisch, weil ich etwas hinter mir lassen werde. Alles hat seinen Platz zu seiner Zeit und nun ist es eben Zeit für etwas Neues. 

Der letzte Abend auf dem Campus überschneidet sich zufällig mit der Abschlussparty der BachelorabsolventInnen, also dem 4. Studienjahr hier in Thailand. Ich gehe mit Johann zu dieser Veranstaltung. Wir sind in unserem typischen LehrerInnen-Outfit unterwegs und ahnen nicht, was uns noch bevorsteht: Im Prinzip landen wir mitten in einem prunkvollen Abschlussball. Es wimmelt nur so von Studentinnen in wunderschönen Ballkleidern und Studenten, nicht weniger adrett, in Smokings. Das ganze findet tatächlich in einer Art Palast statt und wir drehen sofort wieder um, weil wir uns so fehl am Platz fühlen. Wir würden später noch mal vorbeischauen, wenn sich keiner mehr für neue Gesichter interessieren würde.

Nach diesem anfänglichen Unbehagen entwickelt sich der Abend für mich zu einer wunderbaren Abschiedszeremonie. Ich treffe noch mal alle Studierenden und kann mich in lockerer, fröhlicher Atmosphäre und vor allem persönlich von den mir wichtigen Personen verabschieden. Ich kann es kaum im Detail beschreiben und es klingt wohl etwas banal, aber für mich hätte der Abend nicht besser verlaufen können.

...diese Flucht zur und von der Gesellschaft

Sonntag, 02.02.2014

Nachdem mich eine Grippe letzte Woche zu langatmigen Aktivitäten gezwungen hat (7 Filme an 2 Tagen, ERROR), kann ich dieses Wochenende endlich mal wieder raus!

Ich will in einen Nationalpark in der Nähe fahren. In der Nähe heißt hier 4 Stunden entfernt. Leider sind alle mit ihren Prüfungen beschäftigt, weshalb sich niemand anschließen kann. Da ich damit rechnen muss, dass in den 10 Tagen vor meiner Abreise auch niemand Zeit hat mit mir rumzuziehen, ist das wohl mal eine gute Möglichkeit auszutesten, ob es nicht vielleicht doch nach meinem Geschmack ist- was ich eigentlich nicht erwarte.

Also rein in den Bus und schwupps sitzt auch schon ein Engländer neben mir. Pech nur, dass ich heute absolut nicht in Fremd-Gesellschaftsstimmung bin. Geh weg, bitte. Tut er nicht. Zum Glück kann er zwischendurch auch mal ruhig sein. Am Ende der 2h Busfahrt stelle ich fest, dass er mich durch das Neben-mir-Sitzen als seine heutige Reisebegleiterin auserkoren hat. Mein Jubel hält sich in Grenzen.

Unser gemeinsames Ziel sind die Erawan-Wasserfälle (oder wie man an der Busstation lesen kann: "Erawan Water Fail"). Mir fallen zuallererst die häufigen russischen Übersetzungen an den Toiletten sowie an den Essensständen auf. Und tatsächlich erfahre ich später, dass ca. 70% der Touristen in der Gegend RussInnen sind.

Craig, der Engländer, und ich hängen uns also an die Volkskolonne und watscheln die Wasserfälle hoch. Stupide, da überlaufen. Es gibt 7 Plattformen (bis 1500m). An der 4. kann ich ihn abhängen, da er den letzten Bus nehmen muss, um für die Übernachtung zurück in die Stadt zu kommen. Ich erzähle ihm ganz selbstbewusst, dass ich auf jeden Fall hier etwas zum Übernachten finde und noch länger hier bleiben kann. FREIHEIT!! Tja...und später irre ich ungefähr 1,5 h herum und finde ...... NICHTS. Eine ziemlich unpassende Kombination- mein unsoziales Verhalten an dem Tag während ich gleichzeitig Informationen über die nähere Umgebung einholen muss.

Ich kürze die Sache mal ab. Ich entscheide mich zu campen, das ist die einzige sinnvolle und zudem kostengünstigste Möglichkeit. Zelte & Co kann man sich leihen. Irgendjemand auf dem Campingplatz hat Mitleid mit mir und nimmt mich sofort in seine Gruppe auf. Es ist eine Thai-Gruppe. Sie schieben mein Zelt zu ihren Zelten und laden mich zum Abendessen ein. Dummerweise hatte ich gerade gegessen und so ist der Dialog in etwa folgender:

Möchtest du Fleisch? - Nein danke, ich mag kein Fleisch.

Nimm dir ruhig etwas anderes zum Essen. - Nein danke, ich habe gerade gegessen.

Möchtest du Bier? - Nein danke, ich trinke keinen Alkohol.

Etwas Kaffee? - Nein danke, ich trinke keinen Kaffee.

In ihrer Güte gibt mir eine von ihnen Cola. Bevor sie mich rausschmeißen nippe ich wenigsten daran ein paar Mal (und vermeide zu erwähnen, dass ich Cola fast noch mehr verabscheue als Alkohol).

Die Runde ist super, wenn auch mit sehr vielen Pausen für mich gepflastert, da ich mit den meisten keine gemeinsame Sprache habe. Dennoch versuchen sie mich immer wieder ins Boot zu holen. Das schätze und liebe ich an den Leuten, die ich bisher hier kennengelernt habe und ich genieße ihre Gesellschaft sehr.

In der Nacht ist es klar, wir sitzen direkt am Fluss Kwaai, der sich eindrucksvoll durch den Nationalpark zieht. Im Hintergrund sieht man bewaldete Berge mit riesengroßen Feuerschneisen, die sich im Wasser spiegeln und wie unkontrollierte Fackeln erscheinen, was sie aber nicht sind. Die Reise wird nach dem holprigen Anfang immer besser und besser.

(Mit den Nachtaufnahmen ist das so eine Sache. Zumindest habe ich versucht in der Dämmerung ein paar halbwegs brauchbare Aufnahmen zu machen:)

Ich verabschiede mich dann irgendwann. Die Nacht im Zelt ist ganz gut - so unvorbereitet wie ich bin, friere ich dennoch nicht und durch die monatelange Erfahrung mit den harten Matratzen in meinem Bungalow habe ich auch keine Probleme mit dem harten Boden. Nur mit den SCHEIß VÖGELN, DIE MICH MIT IHREM PENETRANTEN LAUTEN FIIIIEEEPEN IN DEN WAHNSINN TREIBEN!!!!!

Am nächsten Tag stehe ich sehr früh auf, um den Nebel sowie den Sonnenaufgang rund um den Fluss zu beobachten. Nachdem auch die anderen wach sind fragen sie mich, ob ich noch mal mit ihnen zum Wasserfall möchte. OK, vielleicht besteht die Chance dieses Mal ohne die Massen an anderen Touristen etwas verinnerlichen zu können. Wir haben Glück, es ist fast ganz still und auf der siebten Plattform treffen wir lediglich die deutschen Jungs (Studenten aus Bangkok), die ich am Tag zuvor schon kennengelernt habe. Nachdem wir uns innerhalb von 12 h dann zum 5. Mal über den Weg laufen kommt zwangsläufig der Verdacht auf, dass  ich sie verfolge:)

Übrigens macht das Wandern von Plattform zu Plattform super viel Spaß, weil es in angenehmer Form anstrengend ist so über Stock, Stein und Fels zu klettern.

an der Spitze angekommen   Die Baum/-Waldgeister werden mit diesen bunten Stoffen geehrt.

Es gibt noch viel mehr zu sehen in Kanchanaburi außer dem besagten Nationalpark, aber ich habe für mich persönlich alles ausgeschöpft und fahre sehr glücklich, mit wunderschönen Bildern und Eindrücken des Wasserfall-Dschungel-Gebirges im Kopf und mit vielen neuen Kontakten zurück nach Hause.

...diese Selbstportraits

Samstag, 18.01.2014

Nachdem sich ein paar Leute beschwert haben, dass man so selten auf Fotos zu sehen ist, habe ich mich entschieden ein paar Bilder hochzuladen, die sich noch auf meinem Rechner tummeln. Hier kommt nun ein buntes Potpourri vom Chiang Rai - Trip. Die Fotos stammen von Leo und Chrissi. Und ihr seht nichts als uns:)

 

Beim weißen Tempel:

Auf dem (Weg zum) Blumenfestival:

Auf dem (Weg zum) Puchifah:

 

Unsere Hostelmutti hat uns Essen gekocht:

 

So, ich denke das reicht für eine Weile.

...dieser Bangkoktrip vor dem Countdown

Sonntag, 12.01.2014

Ein Student aus dem 1. Studienjahr, Pong, lädt mich ein mit ihm einen Tag in Bangkok zu verbringen. Er hat so viel geplant, dass ich schon fast ein bisschen skeptisch bin, ob das nicht alles zu einer ziemlichen Tortur wird. Es ist tatsächlich eine Tortur für die Füße, aber insgesamt ist es wunderbar. (Dank der Massage, durch die wir uns zwischendurch ein bisschen erholen können.) Wir besichtigen 5 Tempel, okay, irgendwie sind sie ja doch alle ähnlich, aber ein paar Schmuckstücke sind schon dabei. Und mit Aussichten in luftiger Höhe kann man mich eigentlich immer beglücken (siehe Fotos). Man findet diese Tempel übriges auch auf den thailändischen Geldstücken. Außerdem entdecken wir ein paar tolle Galerien, die zu dem Campus unserer Universität gehören, der aber eben in Bangkok liegt. Er hat mediterranes Flair, da der Gründer der Universität Itatliener war, und ist so ganz anders als der Campus in Nakhon Pathom.

ein Teil der Ausstellung der Gründer Corrado Feroci, als Thai erhält er den Namen Silpa Bhirasri

eine riesige Buddha-Statue in einem Tempel - 46m lang, 15m hoch das ist Pong  

 

Wir treffen noch ein paar Freunde von Pong. Ich rechne allen hoch an, dass sie sich meinetwegen alles zum 4. Mal anschauen. Zwischendrin hängt sich eine Kanadierin an uns heran. Sie ist seit drei Tagen in Bangkok und findet alles "amazing", wirklich alles.

"Ich wohne in Nakhon Pathom, 50km westlich von Bangkok" - "Wirklich?? Ist ja suuuuuuuper!"

"Wir gehen jetzt etwas essen."- "Wow, wie toooooll!"

"Die Sonne geht im Osten auf."- Nicht zu fassen, amaaazing!"

Okay, das letzte Beispiel ist gelogen, aber so in etwa laufen die Gespräche.

Irgendwann springt sie wieder ab und die anderen auch. Ich fahre mit Pong alleine nach Chinatown, er will mir sein Lieblingsgericht zeigen. Er meinte es sei irgendetwas vom Tier. Na das klingt doch schon mal toll. Es kommt auf den Tisch. Ungefähr 2 Minuten später zappelt es immer noch. Ich bin seeehr weit entfernt etwas davon zu probieren. Es ist Fischrachensuppe oder so. Da er mich aber so flehend anschaut, koste ich trotzdem etwas davon. Ich brauche nicht ins Detail zu gehen, es hat nicht geschmeckt.

ChinatownHaifischflossen für knapp 162 €die kleinen Schildkröten werden gefangen, man kann sie kaufen und dann frei lassen, das bringt angeblich Glück

Als typisch chinesisch gilt auch, wie ich mitbekomme, gebratener Reis sowie gebratene Nudeln. Und ich dachte der Asiatenstände in Dtl. hätten sich das immer nur ausgedacht. Pong gibt mir viele Informationen, z. B. dass sich die chinesischen Frauen das Gesicht enthaaren lassen (bis auf Wimpern und Augenbrauen natürlich), um sich besser schminken zu können. Ist ja echt irre.

Auf dem Weg nach Hause sehen wir die ersten Ansätze der Protestaktionen. Und wieder sind kleine Kinder dabei. Sollten die Eltern vielleicht keine Möglichkeiten haben das Kind irgendwo unterzubringen? Ich bin mir dessen ziemlich sicher. Hier in Thailand sind die Kinder immer mit dabei, ob nun auf der Arbeit, ungesichert auf einer Mopedtour oder eben bei Protestaktionen. In Bezug auf ersteres sollte Deutschland vielleicht auch mal hier vorbeischauen, um mehr Input zu bekommen was möglich ist und um darüber nachzudenken, welche anderen Einstellungen vorherrschen können. Aber dazu vielleicht mal an anderer Stelle mehr.

...dieses Jahresende mit Basti, Leo und Chrissi

Sonntag, 05.01.2014

Ferien, frei, ahoi! Ich versuche die Zeit überall zu verbringen, nur nicht in Nakhon Pathom. Also bin ich zuerst ein paar Tage mit Basti in Bangkok unterwegs. Wir sind unter anderem auf dem riesengroßen Chatuchak Markt (einer Anlage von über einem Quadratkilometer, wo man fast alles finden kann), wir hören dem Bangkok Symphony Orchestra im Park zu und gehen auf das höchste Gebäude weit und breit, dem Bayoke Skybuilding: ca. 300 m und somit das größte Gebäude in Thailand. Wir haben eine erstaunliche Aussicht, obwohl die Stadt in einem dunstigen Etwas liegt. Aber genau das hat seinen Charme und verleiht den Eindruck, als handele es sich um eine Photographie aus den 60er Jahren.

30.12.13: Leo und Chrissi kommen in BKK an! Freude! Große Freude! Wir sitzen zwar 1,5 h ein paar Meter voneinander entfernt (die Mädels sitzen eine Etage über mir), aber hey, im Endeffekt finden wir uns. Übernachtung im Hotel, am nächsten Morgen geht es für Basti, Chrissi, Leo und mich ab in den Norden nach Chiang Rai (nur 3h von Chiang Mai entfernt, wo ich ein paar Wochen zuvor das Lichterfest verbracht habe).

Chrissi Leo

Wir kommen gegen 20:00 Uhr an und tauchen sofort ein in den Silvesterabend. Gemütliches Abendessen bei kulturellen Tänzen aus diversen Ländern. (Der Ort befindet sich an den Grenzen zu Laos und Myanmar). Dann laufen wir den bunten Massen nach bzw. den kunterbuntesten, hässlichsten Mützen und Hüten aller Zeiten. Ob das Silvester, der Stadt oder dem Wetter geschuldet ist, kann man nur spekulieren. Wir halten vor einer kitschigen aber irgendwie eindrucksvollen Uhr, wo sich alles versammelt. Eine Schneekönigin oder etwas in der Art wird beim Countdown in die Höhe gezogen, das Luftballonnetz ist bereit sich zu entleeren. Um 00:00 Uhr: Jubel, Konfetti, „Happy New Year“ für alles und jeden, alle lieben sich. 00:30 Uhr: Genug Küsschen und Glückwünsche verteilt, alle gehen nach Hause. Die Straße leert sich, reicht ja auch aus, alles ist gesagt. Warum also noch hier rumstehen? Sollte diese Einstellung solcher Art sein, finde ich sie spitze. Wir laufen also auch noch ein bisschen rum, nebenbei räumen die Leute schon die Straße auf. Das Konfetti kommt in den Papierkorb, Luftballons werden beiseite geschafft, es wird gekehrt und gefegt. Eine Stunde später kann man nur noch erahnen, dass mal Silvester war. Kurz und bündig. Toll.

Nach langer Zeit mal gibt es mal wieder ein Foto von uns:) die besagte Uhr

Wir sitzen noch eine ganze Weile vor dem Hotel, lernen diverse Leute kennen und so neigt sich die Nacht dem Ende.

An den darauffolgenden Tagen werden Stadt und Umgebung erkundet: Spaziergänge zum Blumenfestival, eine Fahrt auf einem Mae Kok, der weiße Tempel…Chrissi und Leo sind ganz erstaunt, dass Thais so gerne Fotos von Ausländer/-innen machen. Während ich mit den Mädels unterwegs bin, merke ich, dass sich in den Monaten hier etwas geändert haben muss, mein Blick auf die Umwelt ist kulturell gefärbt. Manche Sachen hier in Thailand kommen mir im Gegensatz zu den beiden gar nicht (mehr) merkwürdig vor. „Die machen Fotos von uns!“ „Ja, machen sie immer.“ Gleichzeitig fallen mir an ihnen Verhaltensweisen auf, die ich in Deutschland nicht so bewusst registriert hätte. So beispielsweise das Laufen auf Wegen oder prinzipiell das Im-Weg-Rumstehen. Interessanterweise würde ich die beiden prinzipiell, vor allem Leo, als sehr nachsichtig und vorausschauend einschätzen, was solche Situationen betrifft. Aber hier gelten doch irgendwie noch mal andere Regeln und so können selbst sensibilisierte Leute hier als rücksichtslos eingestuft werden. Na das wird ein Spaß, wenn ich wieder zurück bin.

auf dem Blumenfestival

der weiße Tempel Wunschanhänger, die überalle herumhängen und den Tempel schmücken aus alt mach neu

Unsere Fahrt geht weiter, wir wollen wir in die Nähe des Puchifah- ein Berg an der Grenze zu Laos- 2h von Chiang Rai City entfernt. Der Weg dorthin ist für manche von uns schon ein Abenteuer, denn nicht jede ist serpentinen-schunkelschaukel-fit oder wie man es nennen möchte. Wir schaffen es anzukommen ohne dass sich jemand übergibt. Hotelsuche. Hotelfund. 1 Bett für 4 Personen. Allerdings ist es schweinekalt in der Nacht (wir sind auf schätzungsweise 1400 m), sodass man zwischen Erfrieren oder Tod durch Schlafentzug entscheiden kann;) Wir überleben die Nacht und stehen am nächsten Tag etwas gerädert 5 Uhr morgens auf, um den Sonnenaufgang vom besagten Berg aus zu beobachten.  Also geht es noch mal 400 m höher. Eine sternenklare Nacht, unheimlich schön und alle 2 Minuten huscht eine Sternschnuppe vorbei. Nach drei Wünschen fällt mir nichts mehr ein und ich schaue einfach nur noch zu. Chrissi hört bei fünfzehn auf zu zählen. Dann wird es langsam hell auf dem Berg. Der Nebel ringsherum lässt die Sonne nur erahnen, bis sie irgendwann blutrot die Nebelwand durchbricht. Wir sind leider nicht die einzigen, die dieses Naturschauspiel genießen. Neben, vor und hinter uns eine Menge Thais. Sie fotografieren besonders gern die Sonne- mit Blitz versteht sich. Natürlich. Und was ist noch besonders schön außer der Sonne? Sie selbst, also werden auch noch mal zig Fotos in allen möglich Posen gemacht, es kehrt einfach keine Ruhe ein und ständig ist jemand am Rumzappeln. Das ist nur einer der Störfaktoren. Aber das ist es wert.

Aus Prinzip mache ich keine Fotos direkt auf dem Berg, aber dafür gibt es ein paar von unserer Ankunft in der Nähe des Puchifah:

(Zurück in Chiang Rai:)

zurück in Chiang Rai- ein Spaziergang zum Mae Kok Fluss Abendbeschäftigung

Wir fahren wieder zurück nach Bangkok und trennen uns für ein paar Tage. Heute sehe ich die beiden Mädels wieder, morgen fliegen sie schon wieder zurück.

Ab Montag sind Straßensperrungen und Proteste in Großformat angesetzt (am 02.02. sind Neuwahlen), weshalb ich einerseits ganz froh bin, dass sie schon so zeitig wieder nach Hause fliegen. Ich werde euch dennoch vermissen.

...dieses Weihachtsfest

Samstag, 28.12.2013

Weihnachten? Wir sind Buddhisten, aber immer her damit. So ähnlich denkt man wohl in Thailand. Schließlich ist es ein weiterer Anlass zum Feiern, was hier ja überaus gerne gemacht wird. Also sieht man überall in Kaufhäusern Verkäufer/-innen mit Weihnachtsmützen sowie auf dem ganzen Campus Plakate von diversen Weihnachtsfeiern. Meine Kolleg/-innen und ich besuchen so eine Weihnachtsfeier der Fakultät. Noch bevor wir eintreten werden uns Lose für ein paar Cent angeboten, die uns ein Geschenk am Ende bescheren sollen. Weiter geht‘s mit selbstgebastelten Holzstäbchen mit großen Weihnachtsmotiven. Für ein paar Cents soll man diese kaufen und seinen Lieblingssänger/-innen (es findet wieder ein Gesangswettbewerb statt) in die Hand drücken. Das gilt dann als Punkt für diesen und könnte ihn zum Sieg führen. Für alles und jeden wird Geld ausgegeben, auch wenn es nur ein paar Cents sind. Hier in Thailand wird allgemein sehr viel Materielles hin und her geschoben und ständig wird etwas gekauft. Aber ich glaube das habe ich schon mal erwähnt.

Zurück zum allgemeinen Weihnachtsfieber: Aus allen Lautsprechern schallen überdrehte und poppige Weihnachtslieder, überall blinkt es in Weihnachtsformation. Es hat nicht mal ansatzweise etwas von Besinnlichkeit, weil es tatsächlich nur um das Feiern im großen Stil geht. Natürlich  steht Deutschland dieser Katastrophe in keiner Weise nach, aber dennoch erlebe ich in in der Heimat immer auch die andere Seite des Festes - das Ruhige, das Herunterkommen, das Nachdenkliche und Besonnene. Keine dieser Grundideen von Weihnachten scheint hier angekommen oder gewollt zu sein.

Also erlebe ich mich auch nicht in einer Melancholie, was gut ist. Ich verbringe die Weihnachtstage vormittags in der Uni, Heiligabend gehe ich mit Sascha und einer befreundeten Engländerin Abendessen. Ich mache einen Abstecher in eine Katholische Kirche, um ein bisschen Tradition zu wahren. Der Pfarrer ist vom Band. Es ist aber auch schon ziemlich spät. Vor der Kirche sind – natürlich – Spiele und Essensstände aufgebaut. 

Am 25. genieße ich einen ruhigen Abend nur für mich. Ich sitze mit vielen Kerzen auf der Terrasse und lese, als ein mobiler Weihnachtschor vorbeikommt, bestehend aus Deutsch- und Englischstudierenden. Auch sie haben alle eine Kerze in der Hand. Sie entdecken mich und stapeln sich sofort vor mir auf, um mir „Rudoloph the Red-Nosed Reindeer“ vorzusingen. Ich freue mich riesig und verteile so viele Bonbons wie ich habe. Auch sie freuen sich riesig. Dann ziehen sie wieder ab. Natürlich nicht ohne vorher noch ein Gruppenfoto gemacht zu haben.

Ein paar Bilder vom Unterricht in der Schule am 25.12.:

Ein Foto aus dem Unterricht in der Satit-Schule an Weihnachten. Wir malen die Weihnachtsgeschichte.

...dieses Deutschcamp

Freitag, 27.12.2013

Wir fahren mit der gesamten Deutschabteilung, also allen Deutschstudierenden und Dozent/-innen nach Ban Krut und veranstalten dort für zwei Tage ein Deutschcamp. Schon Monate vorher mussten die armen Studentenmenschen basteln, Spiele und Texte vorbereiten und Theaterstücke proben. Wir nehmen fast mehr Kulissen und Utensilien mit als Personen und stopfen damit zwei ganze Busse voll.

Wir sind in einem Resort untergebracht, direkt am Strand. Doch nach Koh Samet kann mich wohl naturell gesehen so schnell nichts mehr überzeugen. Die Palmen stehen in Reih und Glied und der Golf von Thailand hat hier auch eher seine trüben Ostsee-Tage.

Warum das Obst auf dem Kopf? Das wissen nur sie selbst. Ich hatte übrigens eine extravagante Mohrübe.Eine weitere Bestrafung: Babypuder und Wasser. Einen Grund für die Bestrafung gibt es jedoch nicht. Man braucht keinen Grund. Grammatik-Spiele am Strand. Assecoire des Tages: siehe rechts.

Tagesablauf: Spiele, Spiele, Spiele am frühen Morgen. Wenn man bei einem Spiel verloren hat, wird man übrigens „bestraft“ und muss einen Tanz vorführen (da muss ich dann auch mal durch). An den Universitäten hier lernt man wahnsinnig viele Tänze, die teilweise sehr verrückt aussehen. Die wenigsten machen sich einen Kopf, wie ihr Rumgehampel bei anderen ankommt. Das ist toll. Ich hätte auch gern in Thailand studiert. Nach dem Frühstück rennen die Studierenden von einer Grammatik-Wortschatz-Station zur nächsten und müssen Aufgaben erfüllen. So geht der Nachmittag rum. Ich habe nicht viel zu tun außer an einer Station zu sein und aufzupassen, dass alles seinen Gang geht.

Der Abend hingegen ist lang- Theaterstücke werden aufgeführt, es findet ein Gesangswettbewerb statt, ein Schönheitsköniginnen-Wettbewerb etc. Alles dreht sich immer um Wettbewerbe. Meine Kolleg/-innen und ich müssen also als Jury alles Mögliche bewerten, Gewinnerkronen verteilen und Sascha und ich sollen noch über Weihnachtstraditionen erzählen. (In diesem leicht melancholischen Erinnerungsmodus muss ich doch tatsächlich von ihm erfahren, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, sondern nur das Christkind. Eine Sauerei!). Weihnachtslieder singen wir auch. In Weihnachtsstimmung komme ich trotzdem nicht…Dazu an anderer Stelle mehr.

[Gruppenfoto folgt]

Und schon bricht der letzte Tag an. Jeder Studienjahrgang bereitet eine Abschlusspräsentation vor. Es ist lustig, wie immer. Irgendwann ist schließlich der Abschlussjahrgang dran mit seiner Vorführung. Auch witzig. Dann ergreift eine Studentin das Wort und redet ziemlich lange in Thai. Ich freue mich immer noch wie Bolle und kriege erst ziemlich spät mit, dass auf einmal alle anfangen zu heulen. Oh nein, das typische „Es-war-so-schön-mit-euch-doch-nun-ist-es-vorbei-Syndrom“. 115 Leute um einen herum in Tränen aufgelöst. Das hätte wohl jeden geknackt. Natürlich fange ich auch an zu quaken. Zum Glück hat das irgendwann ein Ende.

 Kann man sich jetzt vorstellen was ich mit WG-Party auf 4 Rädern meinte?

Im Partybus geht es dann wieder nach Hause.

Ein Gruß in die Runde

Dienstag, 24.12.2013

Bevor die nächsten Blogeinträge folgen, hier zunächst ein etwas kleinerer, aber nicht weniger anlassbedingter:

Ich wünsche allen, die sich hier ab und zu mal rumtreiben oder zufällig hierhin verirrt haben sehr angenehme Feiertage, eine schöne Zeit in guter Gesellschaft, ruhige Momente und Ausgeglichenheit. Ich werde wohl bis zum 05.01.14 auch unterwegs sein, daher:

Bis bald im Neuen Jahr! Ich hoffe euch alle gesund und munter zu wiederzulesen!

Eure Marie

Das ist der Weihnachtsbaum der Deutschabteilung, der bereits am 01. Dezember aufgestellt wurde.

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